Kulturminister Sven Teuber hat heute die neue Dauerausstellung „Schaffensland – Menschen, Geschichten, Arbeit“ im Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein eröffnet. Auf 1200 Quadratmetern entfaltet das Landesmuseum Koblenz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) eine neue Perspektive auf Rheinland-Pfalz. Vorausgegangen waren großflächige Sanierungsarbeiten in den Ausstellungsbereichen der Festung Ehrenbreitstein. Ab dem morgigen 14. August ist die Schau für alle Gäste eröffnet.

„Ich freue mich sehr, dass mit dem Schaffensland eine innovative Ausstellung die Menschen hinter der Arbeit in den Mittelpunkt stellt. Sie macht ihre Ideen, ihren Erfindergeist und ihr Schaffen anhand persönlicher Biografien erlebbar und zeigt, wie sie unser Land geprägt haben und bis heute prägen. Das heutige Rheinland-Pfalz war schon immer ein Schaffensland für Menschen, die anpacken und Erfindergeist haben. Diese Ausstellung ist ein neuer, wichtiger Baustein in der Weiterentwicklung der Kulturfestung Ehrenbreitstein“, sagte Kulturminister Sven Teuber.

Zum ersten Mal zeigt eine Überblicksausstellung die Vielfalt rheinland-pfälzischer Lebens- und Arbeitswelten der letzten 200 Jahre. Besucherinnen und Besucher begegnen Frauen und Männern, deren persönliche Geschichten die großen historischen Entwicklungen greifbar machen: von der bäuerlichen Welt des 19. Jahrhunderts über Industrialisierung und Moderne bis hin zu Forschung, Tourismus und globalen Herausforderungen der Gegenwart. Prof. Dr. Andreas Schmauder, Direktor Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein / Landesmuseum Koblenz, bemerkte: „In unserer neuen Dauerausstellung lassen sich 200 Jahre Arbeitswelten erkunden und Menschen kennenlernen, die Rheinland-Pfalz mit ihrem Schaffen geprägt haben. Dabei belassen wir es aber nicht: Die Ausstellung wird im weiteren Verlauf stets weiterentwickelt und mit neuen Inhalten erweitert.“

Ungewöhnliche Originalobjekte, eindrucksvolle Rauminszenierungen und mediale Installationen öffnen Zugänge zu Biografien, die berühren und überraschen. Die Ausstellung fragt: Wer hat hier „geschafft“ – und unter welchen Bedingungen? Die Antworten führen mitten hinein in das echte Leben. Der Alltag einer Hunsrücker Bäuerin um 1830 zeigt beispielsweise, wie hart das Leben vieler Menschen war – und warum so viele ihr Glück in Übersee suchten. Mit dem Aufkommen der Fabriken veränderte sich das Land rasant: Maschinen, neue Arbeitsrhythmen, neue Chancen.

Doch „Schaffensland“ beleuchtet auch die dunklen Kapitel. Die Geschichte der Koblenzer Familie Jacoby steht stellvertretend für jene, die während der NS-Zeit aus dem wirtschaftlichen Leben gedrängt und verfolgt wurden. Die Ausstellung macht sichtbar, wie politische Umbrüche und technische Fortschritte das Leben der Menschen gleichermaßen formten. Heute ist Rheinland-Pfalz weit mehr als das sprichwörtliche „Land der Reben und Rüben“. Die Ausstellung zeigt eine Region, die ländlich bleibt und dennoch neue Schwerpunkte setzt: eine wachsende Forschungslandschaft, innovative Unternehmen, ein starker Tourismus. Im Forum der Ausstellung lassen sich Menschen, Produkte und Geschichten rheinland-pfälzischer Firmen entdecken – von Bitburger über Rastal bis Pfaff. Dabei bleibt die Ausstellung nicht statisch, die Gäste können immer wieder neue Firmen und erweiterte Inhalte entdecken.

Die interaktive Ausstellung für die ganze Familie ist ein Ort zum Mitreden, Mitgestalten und Ausprobieren für Kinder, Jugendliche, Familien und Schüler. Im SchaffensLAB gibt es bis zu den Herbstferien 2026 ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm – von einem Speeddating zur Arbeitswelt über kreative Workshops bis hin zu Podcasts und Videoclips. Das Landesmuseum Koblenz lädt dazu ein, 200 Jahre Arbeitswelten zu erkunden und die Menschen kennenzulernen, die Rheinland-Pfalz mit ihrem Schaffen geprägt haben. Das „Schaffensland“ ist im regulären Eintritt des Kulturzentrums Festung Ehrenbreitstein inbegriffen.

Eine Ausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein / Landesmuseum Koblenz mit großzügiger Förderung des Fördervereins der Festung.