Manche Menschen hinterlassen Spuren auf Leinwand, andere im Gedächtnis einer Stadt. Lotte Meurer ist beides gelungen. Seit Freitag trägt nun ein Platz in der Koblenzer Altstadt ihren Namen – eine Ehrung für eine Künstlerin, die wie kaum eine andere das Gesicht ihrer Heimat in leuchtenden Farben festgehalten hat.
Mit der feierlichen Enthüllung des Straßenschildes vor dem Restaurant Taquitos am Münzplatz wurde der Lotte-Meurer-Platz offiziell seiner Bestimmung übergeben. Enthüllt wurde das Schild von SPD-Stadtrat Fritz Naumann. Zahlreiche Gäste verfolgten die Zeremonie, bei der deutlich wurde: Diese Platzbenennung ist weit mehr als ein neuer Eintrag im Stadtplan.
Eine Liebeserklärung an Koblenz – Bild für Bild
Wer die Werke von Lotte Meurer betrachtet, erkennt sofort ihre große Leidenschaft für Koblenz. Verwinkelte Gassen, historische Plätze und der Rhein waren ihre Motive – festgehalten in warmen, leuchtenden Pastelltönen, die ihren Bildern eine unverwechselbare Handschrift verliehen. Aus ihrer Sicht wurde die Altstadt nicht nur gemalt, sondern erzählt.
1938 in Koblenz-Neuendorf geboren, absolvierte Meurer zunächst eine Ausbildung im Keramikhandwerk. 1970 eröffnete sie ihr erstes Atelier in der Jesuitengasse. Es folgten weitere Wirkungsstätten in der Firmungsstraße und der Gemüsegasse – stets mitten in jener Altstadt, die sie über Jahrzehnte inspirierte und weit über die Region hinaus bekannt machte.
Für ihr Schaffen wurde sie unter anderem mit dem Altstadtpreis des Bürger- und Verkehrsvereins ausgezeichnet. Als Lotte Meurer 2004 im Alter von 65 Jahren starb, hinterließ sie nicht nur ein umfangreiches künstlerisches Werk, sondern auch unzählige Erinnerungen an das alte Koblenz.
Ein Platz, der genau dorthin gehört
Bereits im November 2025 hatte der Koblenzer Stadtrat beschlossen, einen Platz zwischen Altenhof und Münzplatz nach der Künstlerin zu benennen. Die Wahl fiel bewusst auf diesen Ort: Es mussten keine Adressen geändert werden, gleichzeitig liegt der Platz mitten in jenem Viertel, das Lotte Meurer immer wieder auf Leinwand verewigte.
Mit der offiziellen Einweihung hat Koblenz nun einen Ort, an dem Kunst und Stadtgeschichte zusammenfinden. Der Lotte-Meurer-Platz erinnert nicht nur an eine außergewöhnliche Malerin und Keramikerin, sondern auch daran, wie sehr Kunst das Bild einer Stadt prägen kann. Für viele Koblenzerinnen und Koblenzer dürften ihre Werke auch künftig genau das bleiben, was sie immer waren: farbenfrohe Liebeserklärungen an ihre Heimat.





