Rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Mittelstand und Start-ups, Bundeswehr, Wissenschaft und Forschung, Verbänden sowie Politik und Verwaltung kam am Donnerstag, 17. September 2026, zum „Forum Sicherheits- und Verteidigungsindustrie Rheinland-Pfalz 2026“ (SVI-Forum) in der Alten Lokhalle in Mainz zusammen. Im Mittelpunkt der vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium ausgerichteten Veranstaltung standen die Vernetzung der Akteure, neue Kooperationen sowie die Frage, wie technologische Innovationen schneller in die Anwendung gebracht werden können. Das Forum knüpft an die Netzwerkveranstaltung des Wirtschaftsministeriums im vergangenen Jahr und an die Gründung des SVI-HUB Rheinland-Pfalz im Februar 2026 an.

„Freiheit braucht Sicherheit. Und Sicherheit braucht Fähigkeiten. Dafür brauchen wir nicht nur politische Entscheidungen, sondern auch Technologien, Forschung, leistungsfähige Lieferketten und industrielle Kapazitäten. Rheinland-Pfalz bringt dafür sehr gute Voraussetzungen mit: einen starken Mittelstand, innovative Unternehmen und Start-ups, eine leistungsfähige Forschungslandschaft und eine besondere Nähe zu Bundeswehr und Bündnispartnern. Entscheidend ist jetzt, diese Stärken noch besser miteinander zu verbinden. Genau dafür haben wir den SVI-HUB geschaffen und genau darum geht es bei diesem Forum“, sagte Wirtschaftsminister Michael Ebling.

Rheinland-Pfalz verfügt über besondere Voraussetzungen im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Neben bedeutenden Standorten der Bundeswehr, der NATO und der US-Streitkräfte befinden sich mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz und der Wehrtechnischen Dienststelle 41 (WTD 41) in Trier wichtige Einrichtungen der Bundeswehr im Land. Hinzu kommt eine breite industrielle Basis mit Kompetenzen unter anderem im Fahrzeug- und Maschinenbau, in der Metall- und Elektrotechnik, in Informations- und Kommunikationstechnologien sowie in weiteren Hochtechnologiebereichen.

Dabei entwickelt sich die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie technologisch mit hoher Geschwindigkeit. Neben klassischen industriellen Kompetenzen gewinnen unter anderem Sensorik, Kommunikationstechnologien, Robotik und autonome Systeme, Künstliche Intelligenz sowie Drohnen und Technologien zur Drohnenabwehr an Bedeutung. Für rheinland-pfälzische Unternehmen – insbesondere für den Mittelstand und innovative Start-ups – ergeben sich daraus neue Möglichkeiten, vorhandene Technologien und Kompetenzen in zusätzliche Anwendungsfelder einzubringen.

„Viele Unternehmen in Rheinland-Pfalz verfügen bereits heute über hochspezialisierte Technologien und Kompetenzen, die für Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen relevant sein können. Sie müssen aber wissen, welche Anforderungen bestehen, welche Partner sie brauchen und wie der Zugang zu diesem Markt funktioniert. Gleichzeitig müssen Bundeswehr und etablierte Industrie schneller erfahren, welche innovativen Lösungen in mittelständischen Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen entstehen. Ein funktionierendes Netzwerk kann genau diese Verbindungen herstellen“, so Ebling.

Mit dem im Februar gegründeten SVI-HUB Rheinland-Pfalz hat das Land dafür eine dauerhafte Plattform geschaffen. Das Netzwerk bringt Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsverbände und weitere Organisationen zusammen. Im Fokus stehen der Aufbau und die Vernetzung von Kompetenzen, der Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung und Industrie, die Einbindung des Mittelstands, der Austausch mit Bundeswehr und Beschaffungsakteuren sowie die Stärkung der industriellen Wertschöpfung in Rheinland-Pfalz.

Das Forum in Mainz verbindet fachlichen Austausch mit konkreter Vernetzung. Auf dem Programm standen Keynotes von Oberst Michael Trautermann, Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz, Guido Brendler, Leiter Vertrieb & Geschäftsentwicklung und Mitglied der Geschäftsführung der MBDA Deutschland GmbH und Simon Pfeiffer, Director Programmes bei Helsing Germany GmbH sowie verschiedene Paneldiskussionen, Ausstellungsflächen und direkte Gesprächsmöglichkeiten, die Unternehmen, Forschung und Anwender zusammenbringen sollen.

„Bei Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit kommt es zunehmend auch auf Geschwindigkeit an. Technologien und Bedrohungslagen entwickeln sich schnell. Deshalb müssen Forschung, Industrie und Anwender enger zusammenarbeiten und Innovationen schneller den Weg in die Anwendung finden. Wenn uns das gelingt, stärken wir nicht nur unsere Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit, sondern zugleich technologische Kompetenz, industrielle Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz“, so Wirtschaftsminister Ebling.