Seit Jahren setzen sich Christian Altmaier und Stephan Wefelscheid im Koblenzer Stadtrat für zusätzliche öffentliche Wasserspender und Trinkbrunnen im Stadtgebiet ein. Ihr Anliegen ist eindeutig: Gerade in einer zunehmend aufgeheizten Innenstadt braucht Koblenz mehr frei zugängliches Trinkwasser an stark frequentierten Orten. Einmal mehr machte dies die jüngste Hitzewelle mit bis zu 40 Grad Celsius deutlich.
Die Initiative ist im kommunalpolitischen Raum seit längerem bekannt. Aus dem Bürgerinformationssystem der Stadt Koblenz geht hervor, dass die Thematik „Trinkwassernotbrunnen und frei zugängliche Trinkwasserbrunnen“ bereits früh durch FREIE WÄHLER politisch aufgegriffen wurde. Dass sich die Umsetzung dennoch bislang nicht sichtbar beschleunigt hat, ist vor dem Hintergrund der aktuellen Hitzesituation schwer nachvollziehbar.
Besonders relevant ist, dass das Land Rheinland-Pfalz Kommunen beim Aufbau öffentlicher Trinkwasserbrunnen aktiv unterstützt. Im Förderprogramm „100 Trinkwasserbrunnen für Rheinland-Pfalz“ können Kommunen und kommunale Wasserversorgungsunternehmen Zuschüsse von bis zu 8.000 Euro pro Brunnen beantragen; das Programm wurde bis 2026 verlängert. Damit ist der finanzielle Einstieg in viele Fällen deutlich leichter als ohne Landesförderung.
Die Förderhinweise zeigen auch klar, dass es um Brunnen im öffentlichen Raum an gut frequentierten Orten geht, nicht um symbolische Einzelmaßnahmen. Gerade Innenstadtlagen, Plätze mit hoher Fußgängerfrequenz und touristische Bereiche eignen sich besonders. Koblenz hätte also die Möglichkeit, mit überschaubarem Aufwand einen spürbaren Beitrag zur Daseinsvorsorge zu leisten. Hier haben Altmaier und Wefelscheid den Zentralplatz ebenso im Blick, wie auch das Altlöhrtor, wo vor der Umgestaltung über viele Jahre bereits ein Trinkwasserbrunnen zu finden war.
Umso unverständlicher ist es, dass die Stadtverwaltung und die städtischen Tochterunternehmen die Initiative bislang nicht entschlossen aufgegriffen haben. In den jüngsten Haushaltsberatungen wurde die Zuständigkeit offenbar hin- und hergeschoben, statt eine klare Entscheidung für die Umsetzung zu treffen. „Das ist politisch zu wenig, wenn die Sommer immer heißer werden und die Stadt dringend belastbare Hitzeanpassung braucht“, finden Altmaier und Wefelscheid.
Oberbürgermeister David Langner hätte die Idee frühzeitig zur Chefsache machen können. Spätestens nach der ersten Hitzewelle 2026 mit neuen Höchstwerten um 40 Grad Celsius ist aber klar, dass Koblenz bei der Hitzevorsorge schneller und entschiedener handeln muss. Wer Hitzeaktionspläne ernst nimmt, muss auch die Versorgung der Bevölkerung mit kostenlosem Trinkwasser konkret sichern.
Christian Altmaier und Stephan Wefelscheid haben das Thema seit Jahren aufgerufen und im Stadtrat immer wieder platziert. Jetzt braucht es nicht noch mehr Verweise auf Zuständigkeiten, sondern eine klare Entscheidung des Oberbürgermeisters und der Verwaltung zugunsten zusätzlicher Trinkwasserbrunnen im Stadtgebiet. Koblenz sollte die vorhandenen Fördermittel konsequent abrufen und die Umsetzung zügig auf den Weg bringen.
Gerade in heißen Sommern ist ein öffentlich zugänglicher Trinkwasserbrunnen kein Luxus, sondern ein Beitrag zu Gesundheit, Aufenthaltsqualität und moderner Stadtentwicklung. Koblenz muss diese Chance jetzt nutzen.





