Anlässlich des Weltmädchentags am 11. Oktober luden die Koblenzer Aktionsgruppe des Kinderhilfswerks Plan International e. V. und die Gleichstellungsstelle der Stadt Koblenz Mädchen und junge Menschen, die als Mädchen gelesen werden, im Alter von 10 bis 15 Jahren zu einem besonderen Workshop ein. Unter dem Titel „Digga, mein Körper – meine Regeln.“ standen Körperwahrnehmung, persönliche Grenzen und Selbstbestimmung im Mittelpunkt.
Der Weltmädchentag macht jedes Jahr darauf aufmerksam, dass Mädchen weltweit ein Recht auf Schutz, Bildung, Gesundheit, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe haben. Gleichzeitig soll der Aktionstag den Blick darauf lenken, dass Mädchen und junge Frauen in vielen Lebensbereichen noch immer mit Benachteiligungen und besonderen Herausforderungen konfrontiert sind. Selbstbestimmung und die Stärkung der eigenen Stimme sind deshalb zentrale Aspekte, wenn es darum geht, Mädchen auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu unterstützen.
Genau hier setzte der Workshop „Digga, mein Körper – meine Regeln.“ an. In einem geschützten Rahmen konnten sich die Teilnehmerinnen auf interaktive und altersgerechte Weise mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihre eigenen Grenzen wahrnehmen und ausdrücken können. Dabei ging es auch darum, dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen, persönliche Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich Unterstützung zu holen, wenn eine Situation unangenehm oder schwierig wird.
Der Workshop setzte bewusst auf einen präventiven und stärkenden Ansatz. Nicht Abschreckung, sondern Selbstwirksamkeit stand im Mittelpunkt: Die Teilnehmerinnen sollten ermutigt werden, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, für sich einzustehen und Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen. Denn Selbstbestimmung bedeutet auch, den eigenen Körper als etwas Eigenes wahrzunehmen und das Recht zu haben, über die eigenen Grenzen zu entscheiden.
Geleitet wurde der Workshop von Anja Paul, Mentorin und Workshop-Leiterin für Mädchen und Frauen aus Koblenz. Mit verschiedenen Übungen und Methoden vermittelte sie den Teilnehmerinnen Impulse, die sie direkt auf ihren Alltag übertragen können.
„Mädchen zu stärken bedeutet auch, ihnen Raum zu geben, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und ihnen zu vertrauen. Selbstbestimmung beginnt damit, dass die eigene Stimme zählt“, so die Gleichstellungsstelle Koblenz.
Der Weltmädchentag bietet damit einen wichtigen Anlass, den Blick auf die Lebensrealitäten und Rechte von Mädchen zu richten. Der Workshop zeigte zugleich, dass Stärkung und Prävention ganz konkret im Alltag beginnen: dort, wo junge Menschen lernen, sich selbst wahrzunehmen, ihre Grenzen zu benennen, ihre Stimme zu nutzen und Unterstützung einzufordern.
Bildunterzeile:
Im Rahmen des Workshops zum Weltmädchentag gestalteten die Teilnehmerinnen sogenannte Schutzschilder. Foto: Rebekka Smuda/Stadt Koblenz