Die bisherige Bürgerbeauftragte und Beauftragte für die Landespolizei, Barbara Schleicher-Rothmund ist heute offiziell im Landtag Rheinland-Pfalz verabschiedet worden. Zugleich wurde ihr Nachfolger, Martin Haller, ins Amt eingeführt. Er wird am 29. April 2026 sein Amt für zunächst acht Jahre antreten.
Landtagspräsident Hendrik Hering dankte Schleicher-Rothmund für ihr leidenschaftliches Engagement in den vergangenen acht Jahren. „Sie waren nie nur eine „entfernte Amtsperson“, sondern stets eine nahbare Bürgerbeauftragte. Sie haben sich mit Ihrem Team während Ihrer Amtszeit um rund 18.000 Eingaben gekümmert. Gemeinsam suchten und fanden Sie faire Lösungen, haben damit Konflikte frühzeitig entschärfen können und Vertrauen in staatliches Handeln hergestellt.“ Das Amt sei ein zentrales Bindeglied zwischen Gesellschaft und Staat. Insbesondere in einer Zeit, in der Vertrauen in staatliches Handeln nicht immer selbstverständlich sei, komme dem Amt eine zunehmende Bedeutung für die Stabilität der Demokratie bei, so Hendrik Hering.
Zugleich wünschte der Landtagspräsident dem Nachfolger im Amt, Martin Haller, alles Gute zum Amtsantritt sowie viel Erfolg für die herausfordernde und verantwortungsvolle Aufgabe. Als langjähriger Landtagsabgeordneter und Parlamentarischer Geschäftsführer wisse Martin Haller um die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger und bringe viel Erfahrung mit Verwaltungen mit. Er sei bekannt für sein lösungsorientiertes, verantwortungsbewusstes und vermittelndes Vorgehen. Als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses „Flutkatastrophe“ habe er sich parteiübergreifend großen Respekt erworben, sagte Hendrik Hering. Sein Eintreten für Gerechtigkeit, Dialog und Transparenz qualifiziere ihn ganz besonders für die neue Aufgabe.
„Zuhören, kümmern, informieren“
Ministerpräsident Alexander Schweitzer sagte: „Barbara Schleicher-Rothmund war die erste Frau in diesem so wichtigen Amt in Rheinland-Pfalz und hat es in persönlicher Weise geprägt: Zuhören, kümmern, informieren – das waren ihre Prinzipien, die sie mit bemerkenswertem persönlichem Engagement gelebt hat. Die Bürgerbeauftragte ist ein gewollt niedrigschwelliges Angebot für die Menschen im Land. Barbara Schleicher-Rothmund hat das wörtlich genommen. Sie war für alle Bürgerinnen und Bürger stets offen und ansprechbar. Von Haus aus ist sie Übersetzerin und hat diesen Beruf zu ihrer Berufung gemacht: Sie hat Bürgeranliegen an Behörden herangetragen und behördliche Antworten in bürgerfreundliche Sprache übersetzt. Vor allem aber: Sie hat konkret geholfen.
Barbara Schleicher-Rothmund hat in diesem Land tiefe Spuren hinterlassen. Dafür ein herzliches Dankeschön und alles Gute für den neuen Lebensabschnitt! Die Menschen in Rheinland-Pfalz können beruhigt sein: Auf eine ausgezeichnete Bürgerbeauftragte folgt ein ausgezeichneter Bürgerbeauftragter. Martin Haller verfügt über Eigenschaften, die für dieses Amt unerlässlich sind: Empathie und diplomatisches Fingerspitzengefühl. Für die neue Aufgabe wünsche ich ihm gutes Gelingen und eine allzeit glückliche Hand.“
Der Vorsitzende des Petitionsausschusses, Heiner Illing, MdL, betonte: „Barbara Schleicher-Rothmund hat das Amt der Bürgerbeauftragten mit außergewöhnlichem Engagement, großer fachlicher Kompetenz und vor allem mit viel Menschlichkeit geprägt. Die Zusammenarbeit im Petitionsausschuss war stets von Vertrauen, Verlässlichkeit und einem gemeinsamen Ziel getragen: den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes Gehör zu verschaffen und faire Lösungen zu finden. Für diesen unermüdlichen Einsatz danke ich ihr ausdrücklich. Zugleich freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit ihrem Nachfolger Martin Haller, den ich fachlich wie menschlich sehr schätze.“
Barbara Schleicher-Rothmund sagte: „Während meiner Amtszeit hatten wir es mit zwei großen Herausforderungen zu tun: die Corona Pandemie und die Ahrflut. Diese Ereignisse haben deutlich gemacht, wie wichtig die Unterstützung bei Verwaltungshandeln ist. Wir haben gemeinsam Brücken gebaut, Krisenbewältigung transparent gestaltet und dafür gesorgt, dass die Stimmen der Betroffenen gehört wurden.“
Haller: Vertrauen in den Staat entsteht im Alltag
Der neue Bürgerbeauftragte Martin Haller hob in seinem Grußwort hervor: „Vertrauen in den Staat entsteht nicht nur in großen politischen Debatten. Es entsteht im Alltag. Dort, wo Menschen erleben, ob sie gehört werden, ob Verfahren verständlich sind und ob staatliches Handeln für sie nachvollziehbar bleibt.“ Wenn an dieser Stelle Zweifel entstünden, dann würden Vorbehalte der Menschen gegen den Staat wachsen und sich verfestigen. Die Anliegen an den Bürgerbeauftragten berührten den Kern dessen, was die Demokratie im Alltag zusammenhalte. Martin Haller betonte: „Ich möchte nicht als Gegenpol zur Verwaltung wirken. Nicht als politische Instanz. Sondern als jemand, der hilft, Dinge einzuordnen. Der erklärt, wenn Verfahren unverständlich sind. Der vermittelt, wo Kommunikation zuvor nicht gelungen ist. Und der öffentlich sichtbar macht, wo sich Probleme wiederholen.“ Seine Schwerpunkte lägen darin, nah an die Alltagserfahrungen der Menschen heranzukommen, das Angebot des Bürgerbeauftragten noch stärker bekannt und Verwaltung verständlich zu machen.
Bilder: Die bisherige Bürgerbeauftragte und Beauftragte für die Landespolizei, Barbara Schleicher-Rothmund ist heute offiziell im Landtag Rheinland-Pfalz verabschiedet worden. Zugleich wurde ihr Nachfolger, Martin Haller, ins Amt eingeführt.
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Bildnachweis: Landtag Rheinland-Pfalz





