Nachwuchsförderung gegen Ärztemangel: Neun angehende Ärztinnen und Ärzte erhielten praxisnahe Einblicke und lernten die Region kennen
Kreis Neuwied. Um die medizinische Versorgung in der Region langfristig auf hohem Niveau zu sichern, geht der Landkreis Neuwied weiterhin innovative Wege. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist das von Landrat Achim Hallerbach initiierte „Mediziner-Camp“, das seit 2022 fester Bestandteil der regionalen Nachwuchsförderung ist. „Unser Praxisseminar richtet sich gezielt an Medizinstudentinnen und -studenten, verbunden mit dem Anspruch, junge Talente für eine spätere Tätigkeit oder Niederlassung im Landkreis Neuwied zu begeistern. Mit rund 630 Quadratkilometern Natur zwischen Rhein, Wied und Westerwald, einer hohen Lebensqualität und einer hervorragenden Anbindung an die Regionen Köln/Bonn und Rhein-Main sprechen viele gute Gründe für unseren Landkreis. Zugleich möchten wir die medizinische Versorgungssicherheit zukunftsweisend positionieren. Eine Win-Win-Situation für aller Beteiligten also“, stellt Landrat Achim Hallerbach fest.
Nun fand das Erfolgsformat bereits zum vierten Mal statt. Eingeladen waren erneut Medizinstudenten ab dem 7. Semester aus dem gesamten Bundesgebiet. Die neun angehenden Ärztinnen und Ärzte reisten unter anderem von den Universitäten Mainz, Köln, Hamburg und Dortmund an, um die beruflichen und persönlichen Perspektiven vor Ort kennenzulernen. Dank der engen Kooperation mit regionalen Krankenhäusern und Praxen konnte den Studentinnen und Studenten auch in diesem Jahr wieder ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm geboten werden.
Nach einem gelungenen Auftakt mit spannenden Einblicken der Kassenärztlichen Vereinigung und einem kulinarischen Abend beim Weingut Emmel in Hammerstein startete der zweite Tag des Medizinercamps bereits früh am Morgen. Nach einem kurzen Frühstück ging es für die neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt zu ihren Hospitationsstellen. Dort erlebten sie hautnah den Praxis- und Klinikalltag, begleiteten erfahrene Chefärztinnen und Chefärzte sowie niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner und erhielten wertvolle Einblicke in deren Arbeitsalltag.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt lag erneut auf der Kinder- und Jugendmedizin – ein Bereich, dem auch die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) hohe Priorität beimisst.
„Auch bei der mittlerweile vierten Auflage unseres Mediziner-Camps vertrauen wir auf die bewährte Kombination aus fundierter Praxis und einem ansprechenden Rahmenprogramm. Wir wollen den angehenden Ärztinnen und Ärzten nicht nur fachlich etwas bieten, sondern ihnen auch zeigen, wie hoch die Lebensqualität hier im Landkreis Neuwied ist“, erklärt Kerstin Schwanbeck-Stephan, persönliche Referentin des Landrats und Projektleiterin, die Grundidee des Formats.
Dr. Doreen Engelmann und Melitta Fechner von der KV RLP begleiteten die Teilnehmenden mit fachlichem Rat rund um die Themen Niederlassung und Praxisgründung: „Neben der Verankerung der hausärztlichen Versorgung bleibt die Gewinnung von Pädiatrerinnen und Pädiatern eine drängende Aufgabe für die Zukunft.“
Außer vertiefenden Gesprächen und dem fachlichen Austausch stand für die angehenden Ärztinnen und Ärzte aber vor allem praktisches Arbeiten auf dem Plan: Bei Workshops zu Sonografie, Endoskopie sowie bei Übungen im Labor konnten sie ihr Können direkt erproben. Auch das Gesundheitsamt des Landkreises öffnete seine Türen und vermittelte wertvolle Einblicke in den öffentlichen Gesundheitsdienst als vielseitiges Berufsfeld.
„Glaubwürdigkeit und Persönlichkeit stehen bei unserem Konzept an erster Stelle. Wir zeigen transparent, was unseren Landkreis ausmacht. Wenn junge Ärztinnen und Ärzte nach ihrem Studium den Weg zu uns zurückfinden, hat das Camp sein Ziel erreicht“, resümiert Landrat Achim Hallerbach.
Abgerundet wurde die Woche durch ein vielseitiges Freizeitangebot. Bei einer Kräuterführung im Klostergarten der Franziskanerinnen von Waldbreitbach sowie einem gemütlichen Abend in den Hammersteiner Weinbergen erlebten die Gäste die landschaftliche und kulturelle Seite der Region.
Auch das Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Mediziner-Camps fiel für die vierte Auflage durchweg positiv aus. Besonders gewürdigt wurden die persönliche Betreuung, das Engagement der Ärztinnen und Ärzte sowie die gute Atmosphäre. „Die Zeit in Neuwied war für mich rundum positiv. Ich bin noch immer beeindruckt, wie viel Mühe und Herz jeder Einzelne von Euch in die Betreuung von uns allen gesteckt hat. Auch die Stimmung war sehr gut“, fasste eine Teilnehmerin ihre Eindrücke zusammen. Eine weitere Teilnehmerin zeigte sich von der Region angetan: „Ich kann mir gut vorstellen, hier zu arbeiten.“
Foto-Unterzeile: Auch bei der vierten Auflage zeigten sich die Medizin-Studentinnen und -studenten durchweg angetan vom Mediziner-Camp des Landkreises Neuwied. Über diese positive Rückmeldung freuten sich Landrat Achim Hallerbach und Kerstin Schwanbeck-Stephan, die das Mediziner-Camp erneut federführend für den Kreis organsiert hatte, ebenso wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kreis-Gesundheitsamt, Kassenärztlicher Vereinigung und WFG. Fotos: Martin Boden / Kreisverwaltung Neuwied





