Eröffnung auf dem Dillemarkt mit „Ask a Farmer Anything“, Einblicken in die Joghurtherstellung und einem vielfältigen Programm bis zum 20. September

Koblenz, 14. September 2026. Wie wollen wir uns in Zukunft ernähren? Wie kann Landwirtschaft ökologischer und zukunftsfähig gestaltet werden? Und wie werden die Tiere auf einem Bio-Betrieb tatsächlich gehalten? Diese und viele weitere Fragen standen bei der Eröffnung des Bio-Mobils des EU-Projektes „Grenzenlos Bio | Vielfalt für Europa“  am 10. September auf dem Dillemarkt in Koblenz im Mittelpunkt.

Seitdem lädt das Bio-Mobil mitten in der Koblenzer Innenstadt zum Austausch über ökologische Landwirtschaft, nachhaltige Ernährung und regionale Lebensmittel ein. Statt Landwirtschaft nur aus der Distanz zu betrachten, können Besucherinnen und Besucher direkt mit den Menschen sprechen, die Lebensmittel erzeugen und verarbeiten.

„Ask a Farmer Anything“: Keine Frage ist zu unbequem

Ein besonderer Programmpunkt der Eröffnung war „Ask a Farmer Anything“. Bioland-Landwirt René Bonn stellte sich offen den Fragen des Publikums. Diskutiert wurde über die Ernährungswende, ökologische Landwirtschaft und die Frage, wie Landwirtschaft in Zukunft aussehen kann.

Dabei blieb die Diskussion nicht bei allgemeinen Fragen. Auch ganz konkrete Einblicke in die tägliche Arbeit auf dem Bio-Hof und die Tierhaltung wurden aus dem Publikum erfragt. Wie werden die Tiere gehalten? Was brauchen sie? Und wie sieht der Alltag im Stall tatsächlich aus?

„Ich finde es wichtig, den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu zeigen, wie unsere Lebensmittel produziert werden und wer eigentlich dahintersteht. Die Menschen sollen ein Gesicht zu den Bio-Produkten bekommen und sehen, wie wir auf dem Hof arbeiten. Meine Lieblingsfrage ist deshalb auch ganz klar: ‚Dürfen wir mal zu euch in den Stall zu Besuch kommen?‘ – Denn genau dieser direkte Kontakt schafft Verständnis für Bio-Landwirtschaft“, sagt René Bonn.

Vom Bauernhof zum Lebensmittel

Wie aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen Lebensmittel entstehen, konnten die Besucher anschließend bei einer Joghurt-Herstellungs-Vorführung mit Meike Jaschok vom Bornwiesenhof erleben. Sie zeigte, wie Bio-Joghurt hergestellt wird, und stellte dabei verschiedene Varianten vor.

So wurde unmittelbar erfahrbar, was hinter einem Produkt steckt, das für viele Menschen ganz selbstverständlich zum täglichen Einkauf gehört. Die Vorführung lud zum Nachfragen und Probieren ein und schlug damit die Brücke zwischen landwirtschaftlicher Erzeugung, Verarbeitung und dem fertigen Lebensmittel.

Gemeinsam kochen, genießen und Lebensmittel wertschätzen

Auch an den folgenden Tagen stand das Mitmachen im Mittelpunkt. Am 11. September wurde gemeinsam mit dem Bio-Lieferservice Gertrudenhof aus Weißenthurm gerettetes Bio-Gemüse geschnippelt, gekocht und genossen. Die Aktion machte auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam und zeigte zugleich, dass auch Obst und Gemüse, das nicht den üblichen Schönheitsidealen entspricht, wertvolle Lebensmittel sind.

Unterstützt wurde die Aktion vom Slow Food Convivium Rhein-Mosel. Gemeinsam mit dem französischen Koch und Gastronom Jean-Marie Dumaine, bekannt für seine kreative Küche mit Wildkräutern, wurde aus gerettetem Bio-Gemüse ein gemeinsames kulinarisches Erlebnis. Neben dem Genuss ging es dabei vor allem um Austausch, Gemeinschaft und die Wertschätzung unserer Lebensmittel.

Bio, Achtsamkeit und regionale Küche

Auch am 12. September wurde das Bio-Mobil zum Treffpunkt für unterschiedliche Zugänge zu nachhaltiger Ernährung. Bei einer Yoga-Einheit mit Yoga-Lehrerin Ann-Kathrin von Bioland konnten die Teilnehmenden entspannt in den Tag starten und der Frage nachgehen, was Achtsamkeit und ökologische Landwirtschaft miteinander verbindet.

Im Anschluss sorgte Spitzenkoch Karsten Bessai von Organic Kitchen für Bio-Genuss mit regionalen Zutaten. Beim Frühstück mit Overnight Oats, Bircher Müsli und herzhaften Gemüsewaffeln zeigte er, wie sich bioregionale Lebensmittel unkompliziert und kreativ in den Alltag integrieren lassen.

Unter dem Motto „Warum weit weg fliegen, wenn der Sommer direkt vor der Haustür wächst?“ brachte Bessai außerdem mediterrane Küche mit regionalen Bio-Zutaten zusammen. Produkte von Bio-Betrieben aus der Region wurden zu sommerlichen Gerichten verarbeitet. Die Aktion zeigte, wie vielseitig regionale Bio-Produkte sind und wie viel kulinarischer „Sommer“ in der eigenen Region steckt.

Noch bis zum 20. September: Bio erleben, ausprobieren und ins Gespräch kommen

Das Programm am Bio-Mobil ist damit noch lange nicht vorbei. Bis zum 20. September gibt es auf dem Dillemarkt weitere Möglichkeiten, Bio mit allen Sinnen zu erleben und mit Menschen aus der regionalen Bio-Wertschöpfungskette ins Gespräch zu kommen.

Auf die Besucherinnen und Besucher warten weitere Mitmachaktionen, Verkostungen und interaktive Angebote rund um ökologische Landwirtschaft, regionale Lebensmittel und nachhaltige Ernährung. Das Bio-Mobil verbindet dabei Information und Erlebnis: Wer möchte, kann Fragen zur Landwirtschaft stellen, Bio-Produkte kennenlernen, bei Aktionen selbst aktiv werden oder einfach vorbeikommen und sich inspirieren lassen. Auch für Familien bietet das Bio-Mobil verschiedene spielerische Angebote.

Damit bleibt das Bio-Mobil auch in den kommenden Tagen ein Ort für Begegnung: Landwirtschaft, Verarbeitung, Ernährung und Genuss kommen mitten in der Stadt zusammen. Wer wissen möchte, was hinter Bio steckt, Fragen zur Landwirtschaft hat oder einfach neugierig ist, kann bis zum 20. September vorbeischauen.

Bio-Landwirtschaft dort erklären, wo die Menschen sind

Die vergangenen Tage haben bereits gezeigt, wie vielfältig die Themen rund um ökologische Landwirtschaft und Ernährung sind. Vom Gespräch mit Landwirt:innen über die Tierhaltung bis hin zur Verarbeitung von Milch und der gemeinsamen Zubereitung regionaler Lebensmittel: Das Bio-Mobil schafft Raum für Begegnung und macht Landwirtschaft und Ernährung unmittelbar erlebbar.

Das Bio-Mobil versteht sich dabei als offener Treffpunkt für alle, die sich für Landwirtschaft und Ernährung interessieren.

Weitere Informationen und Programm:
Veranstaltungen – Grenzenlos Regional – Bio in Europa

Zum Projekt „Grenzenlos Bio | Vielfalt für Europa“

Das Projekt „Grenzenlos Bio | Vielfalt für Europa“ www.regionalbio.eu / euprojekt@bioland.de ist ein gemeinsames EU-gefördertes Projekt des Bioland e.V. in Deutschland und der Genossenschaft Bioland Südtirol landw. Ges. in Italien. Ziele sind die Steigerung der Bekanntheit von und die Stärkung des Vertrauens in „Bio“. Das Projekt möchte die Menschen in ihrem Alltag abholen und die Vorteile eines ökologischen Lebensstils für Mensch, Umwelt, Tier und Klima vermitteln.

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