So lehrt uns der Volksmund. Das Bier bietet hier reichlich Potential, denn es kennt viele Festtage. Der wohl bekannteste ist der Tag des Deutschen Bieres am 23. April, der auf die Verkündung des Deutschen Reinheitsgebotes am 23. April 1516 zurück geht.
Ein wenig kleiner aber feiner ist der International Gruitday am 1. Februar. Dieser Internationale Grutbiertag feiert das Grutbier, ein Kräuterbier nach mittelalterlichem Vorbild. Viele Brauer hatten damals keinen Zugriff auf Hopfen als Zutat und verwendeten daher anstelle des Würzkrautes Hopfen andere Würzkräuter wie Gagel, Porst, Rosmarin, Kümmel oder Lorbeer, um ihren Bieren sowohl Wohlgeschmack alsauch Haltbarkeit zu verleihen.
Startmotiv der Seite www.gruitday.beer mit dem Maskottchen „Grutie“ und dem Hopfendrachen
Gegründet hat den International Gruitday Steve Beauchesne von der Beaus All Natural Brewing Company, Vankleek Hill, Ontario, Kanada, im Jahre 2013. Dazu konzipierte er unter www.gruitday.com eine eigene Internetseite, auf der sich Grutbierbrauer weltweit präsentieren und Grutbierfans informieren konnten. Leider brauen die Kollegen in Kanada kein Grutbier mehr und stellten daher auch die Internetseite ein.
Doch der Internationale Grutbiertag ist zu jung zum Sterben! Am 27. Januar 2021 – also kurz vor dem 9. International Gruitday am 1. Februar 2021 – startete Dr. Markus Fohr von der Lahnsteiner Brauerei in Deutschland eine neue Internetseite unter der Adresse www.gruitday.beer – die rein vom Namen her sicherlich noch besser zum Thema passt als die bisherige.
Dr. Markus Fohr, seines Zeichens Deutscher Meister der Biersommeliers, braut in Lahnstein seit 2014 Grutbier. Sein erstes Rezept gewann Gold beim International Craftbeer Award 2015 mit einer Grut aus Minze, Salbei, Wacholder – und auch ein wenig Hopfen. 2019 entwickelte die Lahnsteiner Brauerei das Rezept weiter, setzt seither Zitronengras, Anis, Rosmarin und Hopfen als Grut ein – und gewann erneut Gold 2020.
Der Deutsche Meister der Biersommeliers Dr. Markus Fohr mit seinem Grutbier und anderen Craftbieren (Foto: Herbert H. Piel)
Auf www.gruitday.beer lernen Besucher als erstes „Grutie“ kennen, das Maskottchen der Seite. Er – oder vielleicht auch „sie“ – ist inspiriert von Zauberern wie Gandalf aus dem Herrn der Ringe oder Miraculix aus Asterix. Butch Heilshorn kreierte diese Idee, als er auf der Suche nach einem Titelbild für sein legendäres Buch „Against all hops“ war. Seine Verleger jedoch hielten dies für zu extravagant.
Unabhängig davon ist seine Idee genau dies – extravagant. Daher wählte sie Dr. Markus Fohr als Maskottchen der neuen Seite aus und ersann den Namen „Grutie“. Seine Tochter Maja Fohr übernahm die künstlerische Ausgestaltung und stellte Grutie mit dem „Hopdragon“ noch einen Assistenten zur Seite. Später werden beide Besucher durch die Seite führen. Herzlichen Willkommen, Grutie und Hopdragon, und vielen Dank Maja!
Natürlich waren die auch Vorbereitungen für den International Gruitday 2021 ein wenig von einem mittlerweile weltweit bekannten Virus gehemmt und die eigentlich auch weltweit angedachten Veranstaltungen nur online möglich. Dennoch konnte www.gruitday.beer mit neun Brauereien an den Start gehen. Stand 16. Januar 2022 sind es bereits zwanzig Brauereien aus neun Ländern. Dazu gehören:
- Gentse Gruut Stadsbrouwerij, Belgien
- Rhombus Craftbeerbrewery, Bulgarien
- Lahnsteiner Brauerei, Deutschland
- Gbroi Pia Morgenroth, Deutschland
- Gutshof Rethmar Betriebsgesellschaft – Gutshofbrauerei Das Freie, Deutschland
- Haliburton Highlands Brewing, Kanada
- Kykao, Griechenland
- The Second Wedge Brewing Company, Kanada
- Concept Brewing & Distilling, Neuseeland
- Jopen B. V., Niederlande
- Nevel B. V., Niederlande
- Kieysbyes Naturbrauerei, Österreich
- Brauerei Napf, Schweiz
- Bellwether Brewing Co., USA
- Cambridge Brewing Company, USA
- Earthbound Brewing, USA
- Oxbow Brewing Company, USA
- Schmohz Brewing Company, USA
- Scratch Brewing Company, USA
- Wolf Tree Brewery, USA
Dabei wird es ganz sicher nicht bleiben. Alle Grutbierbrauer weltweit sind eingeladen, sich auf der neuen Seite zu präsentieren. Dazu genügt eine Email an fohr@lahnsteiner-brauerei.de
www.gruitday.beer enthält zu jeder Grutbierbrauerei Bilder, allgemeine Informationen zu ihrer Geschichte und zu ihrem Angebot, und natürlich Einzelheiten zu ihrem Grutbier. Dazu gibt es Wissenswertes zur Entstehung der Grutbiere sowie Neuigkeiten zum Thema.
Am 1. Februar 2022 werden wir den 10. International Gruitday feiern. Natürlich gibt es dazu eine Fülle von Ideen:
- Präsentation von Grutbier und Speisen Kombinationen, kreiert von Koch, Wein- und Biersommelier Mario Kaps. Jeder weltweit ist eingeladen dies mit den Grutbieren und Zutaten, die vor Ort zur Verfügung stehen, auszuproBIERen.
- Um die Idee des Grutbiertages zu unterstützen bitten wir alle Leser ihnen bekannte Journalisten, Blogger, interessierte Brauereien und Bierenthusiasten zum Besuch der Seite www.gruitday.beer einzuladen.
- Gleiches gilt für die facebook Seite www.facebook.com/internationalgruitday – senden Sie Neuigkeiten rund ums Grutbier zum posten ein, „liken“ und teilen Sie die Seite, laden Sie ihre Freunde ein.
- Vielleicht zu früh für 2022, aber eine Idee für die Zukunft: International Gruitbeer Award.
- Brauen eines gemeinsamen Bieres zu jedem International Gruitday. In Deutschland gibt es einen Verein, der jährlich eine „Heilpflanze“ des Jahres benennt. Interessenten könnten eine Charge ihres beliebtesten Bieres im Wege des „Kräuterstopfens“ mit dieser Pflanze würzen. So hätten Grutbierbrauer weltweit ein gemeinsames und spezielles Bier – und dies ohne jedes Risiko, denn die Charge kann sehr klein sein.
Die Gründer des International Gruitday: Steve Beauchesne und Sohn Tim, Beaus Brewery, Vankleek Hill, Ontario, Kanada (Foto: www.beaus.ca )
Feiern wir das Grutbier mit einem Zitat von Steve Beauchesne, dem Gründer des International Gruitday:
“Gruits are a part of our past, and a part of the enjoyment for me is that it connects us to our history. It’s like drinking with your great-great-great-great-great-great grandfather”.





