Polizei warnt Tierhalter vor präparierten Hackbällchen

Koblenz: Polizei warnt Tierhalter vor präparierten Hackbällchen – PETA bietet 500 Euro Belohnung für Hinweise

Tierrechtsorganisation gibt Tipps für Hundehalter bei Köder-Gefahr

 Koblenz / Stuttgart, 8. August 2018 – Suche nach Tierquäler: Einer Polizeimeldung zufolge entdeckte eine Hundehalterin am Sonntag bei einem Spaziergang  auf der Horchheimer Höhe in Koblenz mehrere mit Nägeln und Metallstücken gespickte Hackbällchen. Ihr kleiner Mischlingshund hatte einen solchen Köder auf einer dortigen Grasfläche gefunden. Die Frau konnte ihm den gefährlichen Happen noch rechtzeitig aus dem Mund nehmen und informierte die Polizei. Die Behörde rät Hunde- und Katzenhalter zu erhöhter Vorsicht. Hinweise zu der Tat nimmt die Polizei in Lahnstein entgegen. Um den Tierquäler zu überführen, der die Lockmittel offenbar gezielt ausgelegt hat, um damit Vierbeinern zu schaden, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus. Zeugen können sich – auch anonym – telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation melden.

„Der Täter muss schnellstmöglich überführt werden, damit Vierbeiner in Koblenz wieder sorglos spazieren geführt werden können“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Der Täter muss sich außerdem darüber im Klaren sein, dass mit scharfkantigen Gegenständen präparierte Köder nicht nur für Hunde, Katzen und freilebende Tiere, sondern auch besonders für Kinder lebensbedrohlich sein können.“

PETA hat gemeinsam mit Josera einen umfangreichen Giftköder-Ratgeber erstellt, der hier kostenlos als E-Book heruntergeladen werden kann.

Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen: Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, blassen oder porzellanfarbenen Veränderungen an den Schleimhäuten, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Der Hund sollte beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.

 

Fälle von Tierquälerei werden täglich in Deutschland aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen.

Quelle: Polizei Koblenz

 

veröffentlicht am: 08.08.2018

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