Oberbürgermeister David Langner 100 Tage im Amt

(Koblenz: 06.08.18) Am kommenden Mittwoch, 08. August ist Oberbürgermeister David Langner den 100sten Tag im Amt. Die Zeitspanne gilt gemeinhin als Frist, die einem neuen Amtsinhaber eingeräumt wird, sich in die Stellung einzufinden.

Zunächst wollte der neue OB sein engstes Arbeitsumfeld kennen lernen. Mit seinen Kolleginnen und Kollegen des Stadtvorstandes zog er sich dazu für zwei Tage zu einer Klausur ins benachbarte Boppard zurück. Hier konnten sich die Mitglieder des Stadtvorstandes kennen lernen und die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit legen.
Die ersten drei Monate waren für OB Langner ferner davon geprägt, sich seinen über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzustellen. Ein Teil der Kennenlerntour hat er bereits absolviert, einige Ämter gilt es in den nächsten Wochen noch zu besuchen.
Langner traf auf offene Menschen, die ihn kennen lernen wollten, aber die ihm bereitwillig Einblick in ihren Arbeitsalltag gegeben haben.
Bei allen Besuchen warb er darum, gemeinsam für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Koblenz zu arbeiten und die schöne Stadt weiter voran zu bringen.

Neben den Besuchen bei den verschiedenen Ämtern und Eigenbetrieben der Stadt galt es aber auch, die verschiedenen Behörden in Koblenz und die Rathäuser einiger umliegender Städte aufzusuchen, um den dortigen Behördenleitern einen Antrittsbesuch abzustatten. Der neue OB ist nämlich fest davon überzeugt, dass man viele Aufgaben nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit in der Region meistern kann.

Dazu gehört etwa das Feld des Öffentlichen Personennahverkehrs, der in wesentlichen Teilen nur im Zusammenspiel mit den Umlandgemeinden verändert werden kann. Allerdings gilt es daneben, die Hausaufgaben nicht zu vergessen, denn die bestehende ÖPNV-Konzession in Koblenz läuft Ende des Jahres 2020 aus.
Bevor über die Konzessionsvergabe entschieden werden kann, muss ein neuer Nahverkehrsplan erstellt werden, in dem die Grundsätze des künftigen Koblenzer ÖPNV formuliert werden.
Neben der Liniennetzoptimierung und der Taktzeitenverbesserung, werden darin auch die Verbesserung der Haltestelleninfrastruktur und ein Echtzeit-Fahrgastinformationssystem beschrieben. Ferner werden in dem Plan die Einführung umweltfreundlicher Busantriebe genannt wie auch eine oft gehörte Forderung angesprochen: Die Reduzierung der Koblenzer Busticketpreise.
Wenn dieser Plan von den städtischen Gremien verabschiedet wurde, kann sich Langner abschließend mit der Konzessionsfrage beschäftigen. Es ist sein Ziel, den Menschen in Koblenz und den Einpendlern Alternativen zum Autoverkehr anzubieten, um damit etwa der Luftreinhaltung zum Durchbruch zu verhelfen.

Ein weiterer Beitrag zur Verkehrswende und zur Luftverbesserung ist die Stärkung des Fußgänger- und Radverkehrs auf Kosten des motorisierten Individualverkehrs.
Derzeit laufen in der Verwaltung ganz konkret die Planungen, wie der Radweg entlang der Beatusstraße gebaut werden soll. Die bisherigen Planungsvarianten zeigen schon, dass der Autoverkehr zumindest in seiner ruhenden Variante auf Stellflächen verzichten muss, damit die Radfahrer bequemer und vor allem sicherer rollen können.
Auch bei der derzeit in der Planung befindlichen Überarbeitung der Südallee wird dem Radverkehr breiterer Raum gegeben.
Ferner freut sich der Oberbürgermeister, dass Koblenz an einem Versuch des Bundesverkehrsministeriums teilnimmt. In drei Straßen sollen wegen des fehlenden Platzes für Fahrradwege mit so genannten Fahrrad-Piktogramm-Ketten eine erhöhte Aufmerksamkeit bei Fahrzeugführern erreicht und die Sicherheit der Radlerinnen und Radler verstärkt werden.
Außerdem wird die Vakanz der Stelle des Radverkehrsbeauftragten in Kürze beendet. Ab Mitte Oktober tritt der neue Stelleninhaber sein Amt an und gibt damit dem Radverkehr wieder eine Stimme innerhalb der Verwaltung.

Schon vor seinem Amtsantritt hat der neue Oberbürgermeister einen Schub bei der Digitalisierung gefordert. Umso erfreuter ist Langner, dass die Telekom sich der Gewerbegebiete annimmt, um auch dort für eine zeitgemäße Anbindung der Betriebe an das weltweite Datennetz zu sorgen. Damit sollten die oft beklagten Verbindungsprobleme bald der Vergangenheit angehören. So steht bereits fest, dass das Industriegebiet an der A 61 mit Glasfaser erschlossen wird. Ferner läuft ein Markterkundungsverfahren im Bereich des Industriegebietes Rheinhafen und im Gewerbegebiet Koblenz Nord. Dort müssen sich 30% der ansässigen Betriebe anmelden und erhalten Glasfaser bis in ihr Gebäude.
Digitaler soll auch die Stadtverwaltung werden. www.koblenz.de gehört schon zu den Veteranen des Internets, das als studentisches Projekt in den 90er Jahren begonnen wurde. Derzeit wird hinter den Kulissen daran gearbeitet, das zugrundeliegende CMS und Datenbanksystem durch ein neues zu ersetzen, das vor allem die neuen mobilen Endgeräte der Nutzer besser bedient.
Doch nicht nur das klassische Internet will der OB verändert sehen. Die Stadt Koblenz soll sich demnächst auch aktiv in den Sozialen Medien tummeln. Daher wird nach den Sommerferien eine Werkstudentin bei der Stadt eingestellt, die das Konzept eines solchen Auftritts ausarbeiten soll.

Die Stadt soll aber nicht nur informativer werden, sie soll nach dem Willen des Oberbürgermeisters den vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, mehr zur Seite stehen.
So soll es einen Zentralen Ansprechpartner für die Durchführung von Veranstaltungen in geschlossenen Räumen geben. Vereine und ehrenamtlich Tätige führen gerade in den Wintermonaten Veranstaltungen in geschlossenen Räumen durch, für die eine Reihe von Genehmigungen einzuholen sind. Bei der Stadt soll eine zentrale Anlaufstelle entstehen, die die Ehrenamtlichen unterstützt, die diversen Genehmigungen zu erhalten. Da es bereits im Ordnungsamt eine solche Anlaufstelle für Veranstaltungen unter freien Himmel gibt, soll die neue Anlaufstelle auch dort angebunden werden. Noch im Herbst will der Stadtvorstand über das bis dahin erarbeitete Konzept beschließen.

Ein von Ehrenamtlern häufig genanntes Problem betrifft den Mangel an geeigneten Räumlichkeiten. Daher wurde zunächst der Raumbedarf in den Stadtteilen abgefragt und soll nun in einem Masterplan „Räumlichkeiten für Vereine und Ehrenamt“ konkretisiert und in Prioritäten eingeteilt werden. Um diese anspruchsvolle Arbeit erledigen zu können ist seit 1. August eine neu eingerichtete befristete Stelle im Büro des Oberbürgermeisters besetzt worden.

Raum brauchen nicht nur Vereine, viele Menschen in der Rhein-Mosel-Stadt suchen nach Wohnraum der ihren Bedürfnissen entspricht. In verschiedenen Segmenten des Koblenzer Wohnungsmarktes liegen seit Jahren Bedarf und Angebot weit auseinander. Daher hat die Schaffung neuen Wohnraums, der auch den weniger Begüterten zur Verfügung steht, für den Oberbürgermeister hohe Priorität.
Neben den laufenden Projekten privater Investoren, die die Stadtverwaltung eng begleiten, ist die Fritsch-Kaserne ein Leuchtturmprojekt. Der Grundstückseigentümer BIMA und die Stadt arbeiten hier eng zusammen, um einen Investor zu finden, der die städtischen Vorgaben erfüllt.
Die Stadt möchte auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne eine Durchmischung von Wohnen und Arbeiten erreichen. Wohnen soll sowohl im klassischen Mietwohnungsbau als auch in Ein- und Zweifamilienhäusern möglich sein. Wichtig ist vor allem, dass 20% der gebauten Wohnungen als Sozialwohnungen entstehen, um die in diesem Sektor hohe Nachfrage zu bedienen.
Die neuen Gebäude müssen selbstverständlich aktuellen Energieeinsparstandarts entsprechen, es muss ein Verkehrskonzept erstellt werden, in dem die Belange von Rad- und Fußverkehr ebenso abgebildet werden, wie etwa Carsharing und Elektromobilität.

Derzeit findet beim zweistufigen Verkaufsverfahren die Phase der Verhandlungen mit den potenziellen Investoren statt. In diesem Verfahrensschritt müssen die Investoren zeigen, dass sie die Auflagen der Stadt umsetzen. Die Stadt wird dann der BIMA den für sie geeigneten Bewerber vorschlagen.

Quelle: Stadt Koblenz

veröffentlicht am: 06.08.2018

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