Mittelalterliches Pilgergrab entdeckt

Lahnstein in den 80er Jahren

Bei den Restaurierungsarbeiten in der Hospitalkapelle fand man ein mittelalterliches Pilgergrab. (Foto: Slg. Stadtarchiv Lahnstein)

Lahnstein. In der ersten Hälfte der 1980er Jahre verlangte die allgemeine Finanzsituation einschneidende Sparmaßnahmen, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Die Arbeitslosenquote stieg im November 1983 auf 9,1%.

Wegen Neufassung des Polizeiverwaltungsgesetzes wurde das Polizeiamt zum 1.1.1987 aufgelöst und deren acht Mitarbeiter in das städtische Amt für Ordnung und Verkehr übernommen. Auf die Stadt übertragen wurden auch das Melde-, Pass- und Ausweiswesen, das Waffenrecht, die Wehrerfassung und die Straßenverkehrsregelung. Das städtische Wasserwerk wurde aufgelöst und die Vereinigten Wasserwerke Mittelrhein (VWN) gegründet (1986). Die Thermal- und Mineralbad Lahnstein GmbH wurde in Zusammenhang mit dem Verkauf des Hotels und des Bades aufgelöst (1986). Das Liegenschaftsamt betreute 216 städtische Wohnungen (Stand 1987).

Errichtet wurden das heutige Jugendkulturzentrum in der Wilhelmstraße als „Jugendbegegnungsstätte“ (1981), der Aussichtsturm Lichterkopf (1981), der Wohnpark Lahnstein auf der Höhe (1981), der Jugendzeltplatz Süßgrund (1982), das Tennen-Großspielfeld an der Schillerschule (1983), eine zusätzliche Fahrzeughalle für die Wache Süd (1983), das Altenzentrum St. Martin (1984/85), Gebäude der AWO-Ferienerholung Aspich (1987), die Straßenüberführung Allerheiligenbergstraße (1987), die Eisenbahnbrücke Koblenzer Straße (1987) und das Kinderplanschbecken im Freibad (1988).

Neugestaltet wurde das Werftgelände am Lahnufer. Restauriert wurde 1981 nach Ankauf durch die Stadt auch die Hospitalkapelle, die seit 1985 für Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Sanierungsaufgaben im Altstadtgebiet wurden an einen Sanierungsträger übertragen (1983).

Die wichtigsten Tiefbaumaßnahmen waren die Inbetriebnahme des Lahndükers (1984), des Gruppenklärwerks (1985) und des Verbindungssammlers Lahnstein/Braubach (1988).

Die Kreisstraße 66 (von der Lahnbrücke bis Hohenrhein) wurde nach Beseitigung der Bahnschienen entsprechend ausgebaut. Die Pumpwerke PW1 beim Feuerwehrgerätehaus Wache Süd und PW2 auf dem Gelände südlich des Hafens gingen in Betrieb.

1981 wurde das Stadtmauerhäuschen saniert und als Museum hergerichtet.
(Foto: Willi Eisenbarth)

Beschlossen wurden 1983 die Bebauungspläne für den Oberen Lagweg, Auf der grünen Bank, Ahler Kopf und Auf`m Kissel. Es folgten die Baulandumlegungen Auf der Kleinen Hohl (1983), Auf`m Kissel (1985), Oberer Lagweg (1988); Grüne Bank (1988), Kleine Hohl-Ost (1988), Im Achert (1988) und C.-S.-Schmidt-Straße (1988).

Mehrfach sorgten die anschwellenden Flüsse für Hochwasser, so 1980, 1983 zweimal und 1988, worauf umfangreiche Hilfsmaßnahmen für Hochwassergeschädigte durchgeführt wurden, ebenso nach dem großen Unwetter vom 14.6.1988.

Die Übernachtungszahlen schwankten wie das Wetter:

170.527(1982), 181.637 (1983), 164.957 (1984), 184.672 (1985), 120.848 (1986), 174.000 (1987), darunter fallen auch die Übernachtungen in den Köhlerhütten (beispielsweise 30 Gruppen mit 4.235 Gästen im Jahr 1985).

Seit 1981 führte der Südwestfunk in der Lahnsteiner Stadthalle jährlich ein Bluesfestival durch. Die Stadthalle konnte im Jahr 1983 genau 610 Veranstaltungen verbuchen, wie zum Beispiel das Sinfoniekonzert der Rheinischen Philharmonie. Auch in den 1980er Jahren, nämlich 1989, startete das Kulturfest „Lahneck Live“.

Ende der 1980er Jahre stieg die Anzahl der Asylanten kräftig an. 1989 bestanden drei Durchgangswohnheime für Aus- und Übersiedler, darunter das seit Dezember 1988 geöffnete Haus Jungfried und das Hotel Union. Seit November 1989 konnten 58 Übersiedler aus der DDR im Johanniskloster eine vorläufige Unterkunft finden, betreut vom Diakonissenhaus „Friedenswarte“ sowie vom DRK, berichtete OB Karl-Heinz Groß in der letzten Stadtratssitzung 1989.

Bei der Volkszählung 1987 hatte Lahnstein 18.639 Einwohner, davon 812 mit Zweitwohnsitz.

 

Quelle: Stadt Lahnstein

veröffentlicht am: 11.04.2019

Ausgabe Koblenz
NEXT-Junior