Forumtheater-Abend im Jugend- und Bürgerzentrum Karthause

Am Mittwoch, 07. November 2018 findet um 18:30 Uhr ein Forumtheater-Abend im Saal des Jugend- und Bürgerzentrums Karthause, Potsdamer Str. 4, in Koblenz statt. Im Rahmen der politischen Woche des AStA & StuPa der Universität Koblenz lädt das Ensemble des Stadtteiltheaters im Jugend- und Bürgerzentrum alle interessierten Zuschauerinnen und Zuschauer ein, aktiv den Forumtheater-Abend mitzugestalten.

Beim Forumtheater geht es inhaltlich um politisch, aktuelle und brisante Themen, Konflikte, bestehende Machtverhältnisse und deren Zusammenhang mit der Lebenswelt der Menschen. Es ist Bestandteil einer politisch-partizipativen Theaterarbeit im demokratischen Lernort des JuBüZ. Die aktive theatrale Auseinandersetzung eröffnet Räume für gesellschaftspolitische Grundfragen und Alternativen und fördert eine Kultur des Zusammenlebens.

Die Methode Forumtheater wurde von dem Brasilianer Augusto Boal in den 1970er Jahren entwickelt. Dabei werden von einer Theatergruppe unter fachlicher Anleitung, Szenen zum Thema Gewalt, Unterdrückung, Rassismus…erarbeitet. In erster Linie handelt es sich dabei um reale Erlebnisse, welche von einzelnen Mitgliedern der Theatergruppe, dem Forum zur Verfügung gestellt werden.
Am Aufführungstag wird die erarbeitete Szene vor einem Publikum im Rahmen eines Forums einmal komplett durchgespielt. Ein zweites Mal wird die gleiche Szene bis zum Höhepunkt (Einsetzen der Gewalt und Unterdrückung) wiederholt und dann angehalten. Nun geht die Frage an das Publikum, Lösungen (Lösung des Konfliktes und Gewaltvermeidung) zu äußern. Erfahrungsgemäß kommen zunächst aus dem Publikum sehr „theoretische“ Lösungsansätze. Um aber jeden Lösungsvorschlag zu überprüfen, werden die Zuschauer nun aufgefordert eine Person auf der Bühne zu ersetzen, um den jeweiligen Lösungsvorschlag erneut durchzuspielen.
Es kann beispielsweise das Opfer ersetzt werden, welches sich in der einen oder anderen Form gegen Gewalt wehren soll. Aber auch der Täter oder die anderen Beteiligten können durch einen Zuschauer, der eine Idee äußert, ausgetauscht werden. Auch bestehende gesellschaftliche Machtverhältnisse können mit dieser Methode in Szene gesetzt und bearbeitet werden.

Ziel des Forumtheaters ist es nicht den perfekten Lösungsvorschlag zu entwickeln, sondern vielmehr, dass alle Spieler und Zuschauer sich kollektiv an einem Lösungsfindungsprozess beteiligen. Boal spricht in diesem Zusammenhang von Handelnden-Zuschauern (Specactors).

Das JuBüZ-Team möchte mit dieser Veranstaltung allen Interessierten eine experimentelle Form der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung näherbringen und lädt dazu ganz herzlich ins JuBüZ ein. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Stadt Koblenz

veröffentlicht am: 02.11.2018

Ausgabe Koblenz