Resümee zum Hochwasser im Dezember 2017 und Januar 2018

Die Niederschlagsprognosen des vergangenen Wochenendes im Einzugsgebiet des Rheins und die daraus errechneten Pegelstände veranlassten die Feuerwehr bereits am Freitag wieder Teile der mobilen Hochwasserschutzwand in Neuendorf aufzustellen.
Vor diesem Hintergrund zogen verschiedene städtischen Dienststellen gemeinsam mit der Feuerwehr ein Resümee des gerade abgelaufenen Hochwassers.

Der Hochwasserschutz für Lützel, Neuendorf und Wallersheim hat seine Bewährungsprobe bestanden. Gerade die alteingesessenen Uferanrainer haben sich gegenüber der Feuerwehr lobend über den Hochwasserschutz geäußert und haben sowohl den Feuerwehrleuten als auch den städtischen Arbeitern die harte Aufbauarbeit mit Kaffee- und Kuchengaben verschönert.
Feuerwehr und Ordnungskräfte lobten ihrerseits die Anwohner der Hochwasserschutzanlagen, die den Helfern ihre Arbeit nicht erschwert haben. Probleme gab es mit Hochwassertouristen und Verkehrsteilnehmern, die sich partout nicht an Sperrbaken und Halteverbote gehalten haben. So mussten 20 Fahrzeuge von Parkplätzen abgeschleppt werden, deren Überflutung bevorstand und diverse Fahrzeughalter erhielten Verwarnungen, weil sie in Verbotszonen parkten.
Eine weitere Unsitte haben die Ordnungskräfte und die Feuerwehr beobachtet: Viele Menschen haben die Hochwasserschutzwand erklettert. Gerade im Bereich der mobilen Hochwasserschutzwand sehen es die Einsatzkräfte kritisch, handelt es sich doch um ein technisches Bauwerk, dessen Funktionsfähigkeit dadurch erheblich beeinträchtigt werden kann. Neben der Gefahr für die Allgemeinheit kommt noch die Eigengefährdung der Kletterer hinzu. Daher bitten die Einsatzkräfte die Anwohner um Mithilfe, dass sie die Kletterer auf ihr Fehlverhalten hinweisen sollten.

Die Hochwasserschutzwand besteht aus zwei wesentlichen Komponenten. Zum einen die stationären Wände, die immer da sind und zum anderen aus den sog. mobilen Verschlüssen und Aufsätzen. Mobil werden diese Elemente genannt, da sie nicht immer auf der Wand befestigt sind, sondern in einer Halle lagern. Erst wenn die Hochwasservorhersage festgelegte Werte erreicht, werden die Elemente installiert.
Die stationäre Wand muss im Hochwasserfall mit diesen mobilen Elementen ergänzt werden, damit die Hochwasserschutzwand ihre schützende Funktion vor Flusshochwasser erfüllen kann. Erst wenn alle mobilen Elemente aufgestellt und auch die Durchlässe verschlossen sind, besteht Schutz vor Hochwasser, bis zu einem Wasserstand am Pegel Koblenz von max. 8,45 m. Die Oberkante der Schutzwand liegt um 0,30 m höher und dient der zusätzlichen Absicherung gegen unvermeidbaren Wellenschlag.
Ist zu erwarten, dass der Wasserstand am Pegel Koblenz das Schutzzielniveau überschreiten wird, sind weitere Maßnahmen in den jeweiligen überflutungsgefährdeten Bereichen wie z.B. Räumung und Evakuierung durchzuführen. Über die geplante Vorgehensweise soll in Kürze eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden sowie Informationsflyer verteilt werden.
Neben dem Flusshochwasser gibt es auch Grundwasserströmungen im Erdreich des Schutzraums. Eine vollständige Abdichtung zum Grundwasserleiter ist nicht möglich, daher ist bei steigenden Hochwasserständen auch mit einem Anstieg des Grundwasserspiegels zu rechnen. Um den Anstieg des Grundwassers entlang der Hochwasserschutzwand zu dämpfen bzw. zu verzögern, befindet sich direkt unter der Hochwasserschutzwand eine Untergrundabdichtung. Mit Hilfe von Dränagen und Pumpwerken wird der Grundwasserspiegel im Hochwasserfall bis zum Straßen- bzw. Geländeniveau reguliert. Dies hat zur Folge, dass Häuser im Schutzraum mit erdberührten Gebäudeteilen und Kellern weiterhin mit aufsteigendem Grundwasser zu rechnen haben. Bei fehlender Gebäudeabdichtung wird das Grundwasser durch das Mauerwerk oder auch durch Risse oder Fugen in den Keller eindringen.
Dem einzelnen Bürger bleibt es selbst überlassen, ob er seinen Keller gegen aufsteigendes Grundwasser durch Abdichtungsmaßnahmen schützt oder im Hochwasserfall ausräumt und später auspumpt. Im einfachsten Fall bereitet man sich auf das Hochwasser vor und räumt den Keller vorsorglich aus. Manch ein Keller wird zukünftig „trockener“ sein als im Vergleich zu früheren Hochwasserereignissen.

Die Einsatzkräfte haben während des vergangenen Hochwassers immer wieder Fragen von Neubürgern im Hochwassergebiet beantworten müssen. Es wäre daher wünschenswert, wenn die Alteingesessenen den Hochwasserunerfahrenen mit Ratschlägen helfen und sich wieder Hochwassernotgemeinschaften bilden würden.

Informationen über Pegelstände findet man im Videotext des Fernsehens oder im Internet etwa auf der Seite des Hochwassermeldedienstes unter www.hochwasser-rlp.de.

Für zusätzliche Informationen und Beratung steht die Hochwasserschutzzentrale der Stadt Koblenz unter Hochwasserschutz@stadt.koblenz.de oder unter den Rufnummern 0261-1293570 sowie 0261-1293551 gerne zur Verfügung.

Quelle: Stadt Koblenz

veröffentlicht am: 22.01.2018

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