HV Vallendar unterliegt in eigener Halle

Im Spiel gegen die SG Saulheim am Samstagabend hatten sich die Handballer des HV Vallendar wahrlich mehr erhofft, am Ende unterlag das Team von Christoph Barthel an einem gebrauchten Abend verdient mit 24:26. Damit stehen die Löwen nach sechs gespielten Partien mit 4:8 Punkten nur auf dem 11. Tabellenplatz und müssen in den nächsten Wochen deutlich nachlegen.

Schon der Start in die Partie verlief äußerst holprig, den ersten Treffer erzielten die Gastgeber erst nach über 8 Minuten, per Siebenmeter durch Rechtsaußen Christian Offermann. Ohne den verletzten Spielmacher Merlin Busse und geschwächt durch das Fehlen des erkrankten Stefan Baldus, merkte man den Rheinländern doch einige Probleme an. Dennoch konnte Vallendar das Spiel im ersten Durchgang lange ausgeglichen gestalten. Über 4:4 nach 12 Minuten ging es im Gleichschritt zum 6:6 nach 17 Minuten. Doch bereits dort und auch im weiteren Verlauf leistete sich der HVV einige Fehler. Besonders das Abschlussverhalten war nicht ausreichend, um an diesem Abend konkurrenzfähig zu sein. Klare und vollkommen freie Chancen wurden leichtfertig vergeben und so machte man Gästekeeper Hedderich unnötig stark. Auch die Abwehr wirkte alles andere als sicher, vor allem das Verhalten in Mann-gegen-Mann Situationen war geprägt von individuellen Fehlern. So konnte sich die SG zum Halbzeitpfiff auf 10:12 absetzen.

Bereits da erklärte Trainer Barthel: „Einen so unnötigen Halbzeitrückstand habe ich schon länger nicht erlebt. Saulheim war nicht besser, wir haben einfach viel zu viele blöde Fehler gemacht. Unsere Chancenauswertung war ungenügend, wir hatten kein Tempo, keine Bewegung im Angriff und haben uns in der Abwehr nicht an die angesprochenen Eigenheiten gehalten.“

Doch wer nun dachte, dass es nach dem Seitenwechsel besser wird, der wurde bereits in den ersten Minuten enttäuscht. Denn die Löwen zeigten exakt dasselbe Gesicht wie im ersten Durchgang. Der Rückraum verstrickte sich immer wieder in unvorbereitete Einzelaktionen und auch Anspiele an den ansonsten überragenden Kreisläufer Oliver Lohner waren absolute Fehlanzeige. Zu ungeduldig spielten die unerfahrenen Vallendarer, zu unvorbereitet die Wurfversuche. Die Gäste aus Rheinhessen zogen ihr Spiel routiniert und durchdacht auf, hielten den Vorsprung konstant bei zwei bis drei Toren. Sie nutzten die Lücken in der Vallendarer Abwehr konsequent aus, erspielten sich immer wieder Lücken zwischen Außen und Halb. Da war dann auch der gut aufgelegte Bastian Burgard oftmals machtlos. Trotzdem schaffte es der HVV sich zehn Minuten vor dem Ende auf 20:21 heranzukämpfen. Doch auch daraus konnte man kein Kapital schlagen, erneut wurde nicht als Team gespielt, Einzelaktionen dominierten weiterhin die Herangehensweise. Die letzten Treffer von Saulheim waren nur noch Formsache und diese brachten den verdienten 24:26-Sieg sicher über die Ziellinie.

Für den HV Vallendar war es die zweite Heimniederlage in Folge und man findet sich plötzlich auf dem 11. Tabellenplatz wieder, eine Position mit welcher man in der vergangenen Spielzeit herzlich wenig zu tun hatte. Am kommenden Samstag, 14.10.2017 reisen die Rheinländer zur Reserve der TSG Friesenheim, deren Trainer kein geringerer als Andreas Reckenthäler ist. Dieser wird seine Mannschaft sicher optimal auf den HVV einstellen können, es gilt also besonders motiviert zu sein. Vallendar muss sich auf seine alten Stärken besinnen: Tempo, Spielwitz und Kampfgeist in der Abwehr – und das so schnell wie möglich.

Es spielten für den HVV: Burgard, Boinski (beide im Tor), Gutfrucht (9), Hertz (8), Offermann (4/1), Meder (2), Strüder (1), Lohner, Woods, Schleier, Stein, Schaub.

Quelle: HV Vallendar

veröffentlicht am: 09.10.2017

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