HV Vallendar gewinnt Heimspiel gegen Bingen

In einer kampfbetonten Partie bezwangen die Vallendarer Löwen am Samstagabend die HSG Rhein-Nahe Bingen verdient mit 27:24. Der HVV fand, in einer von den Abwehrreihen dominierten Begegnung, zu alter Heimstärke zurück und untermauerte den Anspruch ins sichere Mittelfeld zu gehören.

Von Beginn stand die Abwehr beider Teams im Fokus, die Löwen benötigten fünf Minuten, ehe Moritz Gutfrucht zum 1:1 ausglich – zuvor hatte Bingens Trierweiler einen Strafwurf verwandelt und einen gegen Björn Boinski vergeben. Vallendars Angriff kam nur äußerst schwer in die Gänge, ebenso war es bei den Gästen. Nach 12 gespielten Minuten nahm Christoph Barthel seine erste Auszeit, da lag der HVV mit 1:3 im Hintertreffen. Barthel gab neue Instruktionen, war aber auch zum Improvisieren gezwungen. Denn Spielmacher Merlin Busse und Rückraumakteur Stefan Baldus waren stark angeschlagen, hatten unter der Woche nur einmal trainieren können. Hinzu kam, dass Jonas Strüder beim Aufwärmen umgeknickt war und nicht ins Spielgeschehen eingreifen konnte. Ihm sei an dieser Stelle gute Besserung gewünscht.

Nach dem Time Out wurde das Spiel immer hitziger, denn beide Defensiven langten ordentlich zu. Nach 15 gespielten Minuten verließen hintereinander Gutfrucht, Woods sowie Bingens Schieke und Teschner das Feld. Der HVV nutzte die Hektik für sich aus, denn man kam endlich heran. Ein Doppelpack von Stefan Baldus führte zum 5:5 (19. Minute), Lukas Hertz bescherte mit seinem 7:6 die erste Führung der Hausherren. Bis zur Halbzeit hielten die Rheinländer den positiven Trend, mit dem Halbzeitpfiff netzte Gutfrucht mit einem wuchtigen Wurf zum 11:8 für sein Team ein.

In der Halbzeit schwor Barthel sein Team auf einen ähnlich packenden zweiten Durchgang ein. Er forderte weiterhin eine kompakte und harte Deckungsarbeit, sowie Tempo nach vorne und überlegte Angriffe. Er und die Zuschauer sollten an diesem Abend auch weiterhin nicht enttäuscht werden und voll auf ihre Kosten kommen.

Den Vallendarern gelang es dem wütenden Druck der Gäste standzuhalten, besonders Moritz Gutfrucht zeigte sich treffsicher und bot eine ganz starke Leistung. Beim 17:13 durch Stefan Baldus betrug der Abstand erstmals vier Treffer. Dann zeigte Schlussmann Boinski einige wichtige Paraden und leitete schnelle Gegenstöße ein, sodass Lukas Hertz eine Viertelstunde vor dem Ende das 20:15 erzielen konnte.

Jetzt wurde es wieder hitzig. Bingens Arne Teschner traf per Gegenstoß zum 21:17, gleichzeitig musste Boinski vom Feld, da er diesen beim Wurfversuch behindert hatte – eine absolut vertretbare Entscheidung. Im direkten Gegenzug gab der HVV den Ball erneut her, wieder lief der Gegenstoß über Teschner, der bei der Ballannahme aber wohl durchs Seitenaus lief. HSG-Coach Bansa verlor daraufhin die Nerven und wurde von den beiden Schiedsrichterinnen Zintel und Jelicic, die in der ganzen Hektik jederzeit Ruhe ausstrahlten und die Nerven behielten, auf die Tribüne geschickt.

Die Löwen ließen sich von dem Zwischenfall nicht beeindrucken, nutzten die Unruhe um sich neu zu formieren. Doch die HSG steckte nicht auf, kam wieder auf 23:20 heran und provozierten zudem eine Strafzeit gegen Kapitän Lohner. Barthel sah sich zum Handeln gezwungen, nahm eine Auszeit. Seine junge Mannschaft zeigte nun, dass sie über den bisherigen Saisonverlauf deutlich gereift war. Die Löwen spielten lange Angriffe und schlossen überlegt ab, sodass Bingen die Zeit davonlief. In den letzten drei Minuten schlug dann die Zeit von Rechtsaußen Christian Offermann, der per Leger zum 25:23 verwandelte. Dann tanzte er seinen Gegenspieler mit einer sehenswerten Täuschung aus und rammte Bingen beim 26:24 und nur noch 50 Sekunden auf der Uhr, endgültig den Dolch ins rheinhessische Herz. Das 27:24 durch Lohner war reine Formsache und so feierte der HVV einen hart erkämpften aber absolut verdienten Heimsieg.

Damit hält Vallendar den Anschluss an Mittelfeld und kann in der nächsten Woche beim Gastspiel in Saulheim weiteren Boden gut machen. Gegen die SG haben die Löwen noch eine dicke Rechnung offen, unterlag man im Hinspiel doch unnötig mit 24:26.

Es spielten für den HVV: Boinski, Burgard (beider im Tor), Gutfrucht (7), Baldus (5), Lohner (4), Offermann (3), Woods (3/2), Hertz (2), Schleier (1), Schaub (1), Busse (1/1), Stein, Schmitt.

 

Quelle: HVV

veröffentlicht am: 19.02.2018

Ausgabe Koblenz