Holt Deutschlands U21 den Handball-WM-Titel?

Vom 18. bis zum 30. Juli 2017 geht es in Algerien um den WM-Titel der U21-Handballer. 24 Mannschaften werden in den zwei Arenen in Algier mit dabei sein, darunter ein junges, hungriges deutsches Team. Wie sind die Aussichten der Mannschaft von Erik Wudtke und wie stehen die anderen Mannschaften da? Eine Vorschau.

Deutschland als Mitfavorit auf WM-Titel

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Was haben Ungarn, Chile, Südkorea, die Färöer Inseln und Norwegen gemeinsam? Im Grunde nicht viel, doch alle sind sie Gegner der deutschen U21-Nationalmannschaft beim Weltmeisterschaftsturnier in Algerien. Wenn es für Erik Wudtkes Mannschaft am 18. Juli um 11 Uhr morgens deutscher Zeit gegen Ungarn losgeht, geht das deutsche Team als Mitfavorit in das Turnier in Nordafrika. Deutschland wird der Titel mit einer Quote von 4.00 direkt nach Titelverteidiger Frankreich am ehesten zugetraut. Ohnehin sind es wieder – fast schon traditionell – die europäischen Teams, die sich aller Voraussicht nach um den WM-Sieg schlagen werden. Auf Frankreich und Deutschland folgen in der Rangliste Spanien, Island und Dänemark.

Der deutsche Kader besteht aus 16 Spielern, die durch drei Reservespieler ergänzt werden. Letztere können im Verletzungsfall einspringen. Wudtke war insbesondere mit dem Fortschritt seiner jungen Spieler bei der Airport Trophy in der Schweiz sehr beeindruckt: „Die Jungs haben vor allem in der Schweiz ein super Turnier gespielt und sich beim anschließenden Trainingslager in Konstanz gut präsentiert.“ Beim Viernationenturnier landete die deutsche Mannschaft vor Frankreich, Spanien und der Schweiz auf dem ersten Platz. Infolgedessen betont der Bundestrainer auch den Stellenwert für seine Mannschaft: „Alle, die jetzt dabei sind, haben es auch verdient, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen und sind gut vorbereitet.“

Insbesondere die Förderung durch den Deutschen Handballbund machte sich zuletzt durch gute Entwicklungen in den Strukturen und Ergebnissen der Junioren-Nationalmannschaften bemerkbar. Schon frühzeitig in der Karriere der Spieler wird unterstützend eingegriffen und mit diversen Förderprojekten eine Basis für die erfolgreiche Zukunft geschaffen. Recht schnell führte der Weg zu großen Erfolgen, unter anderem dem U20-Europameister-Titel 2014 und der zweite Platz nach Verlängerung gegen Spanien zwei Jahre später. Auch die A-Nationalmannschaft profitierte schnell von den neu geschaffenen Bedingungen und eroberte in Polen mit einer jungen Mannschaft souverän den EM-Titel. Unter anderem waren Fabian Wiede, Simon Ernst und Jannik Kohlbacher dabei, die gerade erst mit der U20 triumphiert hatten.

Die weiteren Gruppen und ihre Teams

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In Gruppe B spielen mit Frankreich und Dänemark gleich zwei der besten Junioren-Mannschaften der Welt gegeneinander. Mit dem Weiterkommen sollten beide Teams eher weniger Probleme bekommen. Sie treffen auf Katar, Ägypten, Slowenien und Schweden. Bei ihnen handelt es sich vor allem im Seniorenbereich um regelmäßige Teilnehmer an großen Turnieren. Doch ob sie die nötige Konstanz aufbringen können, um den beiden Top-Teams über die gesamte Gruppenphase Paroli bieten zu können, darf eher bezweifelt werden. Stattdessen werden sie sich wohl gegenseitig die Punkte abnehmen. Die Schweden gewannen zwar zwei der letzten fünf Turniere, werden aber in 2017 nicht ganz so stark eingeschätzt. Zum Spitzenspiel zwischen Frankreich und Dänemark und damit der Revanche des Finals von 2015 kommt es erst am 5. und letzten Spieltag, wo es dann um den Gruppensieg gehen könnte.

In Gruppe C greifen die Spanier nach ihrem ersten WM-Titel in der Geschichte der U21. Die Voraussetzungen stehen dafür zumindest in der Gruppenphase nicht so schlecht. Mit Tunesien, Brasilien, Russland und Burkina Faso kommen mehr als machbare Gegner auf die Iberer zu, die Platz 1 locker erreichen sollten. Einzige potentiell knifflige Aufgabe könnten die im Klub-Handball zuletzt stark aufkommenden Mazedonier sein. Nach dem Sieg von HC Vardar beim Final Four der Champions League in Köln (24:23 über Paris SG) ist der Nationalmannschaft wohl auch so einiges zuzutrauen. Sollten die Mazedonier den zweiten Platz holen können, wartet im Achtelfinale der Dritte aus Gruppe D.

Die Gruppe D sollte ein vor allem atmosphärisch gelungenes Highlight bieten. Sie beinhaltet den Gastgeber Algerien, der bei seinem Heimturnier natürlich alles daran setzen wird, oben mitzuspielen. Ein Platz unter den letzten 16 ist allemal eine Möglichkeit, wenn die Duelle gegen Saudi-Arabien, Argentinien und Marokko einigermaßen über die Bühne gehen. Die Gruppen-Favoriten sind jedoch wiederum zwei europäische Teams: Island und Kroatien. Die Kroaten konnten zuletzt mit einem vierten Platz 2013 auf sich aufmerksam machen und sollten wieder zumindest das Viertelfinale erreichen können. Island ist wie oben erwähnt einer der Gesamtfavoriten und kann sich auf hohe Gegenwehr gefasst mache

veröffentlicht am: 17.07.2017

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