German International Ethnographic Film Festival (GIEFF) 2018

„…ferne Welten plötzlich ganz nah“ – Das German International Ethnographic Film Festival (GIEFF) in Koblenz.

Vom 9. bis 13. Mai 2018 feiert das 1993 in Göttingen gegründete und inzwischen am Koblenzer Florinsmarkt beheimatete German International Ethnographic Film Festival (GIEFF) sein 25-jähriges Jubiläum.

Wie die aktuellen Debatten um Globalisierung, Islam und Leitkultur zeigen, kann die gesellschaftliche Auseinandersetzung um Normen und Werte, Tradition und Innovation nicht nur abstrakt geführt werden. Die Entwicklung eigener Standpunkte braucht Begegnung und Anschauung genauso wie Empathie und Diskussion. Genau dies kann das Medium Dokumentarfilm leisten, wenn es seinem Anspruch, authentische Porträts fremdkultureller Wirklichkeiten zu liefern, gerecht wird. Dann können „Ferne Welten plötzlich ganz nah“ rücken, wie die Rheinzeitung in ihrem Festival-Bericht 2016 titelte.

Das wichtigste ethnographische Filmfestival Deutschlands findet alle zwei Jahre in der Himmelfahrtswoche statt und steht unter der Schirmherrschaft von Kulturdezernentin Frau PD. Dr. Theis-Scholz. Es wird vom gleichnamigen Verein durchgeführt, in Zusammenarbeit mit dem „Institute for Social and Sustainable Oikonomics“ (ISSO) sowie dem Institut für Kulturwissenschaft an der Uni-versität Koblenz-Landau, Campus Koblenz, unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Ackermann und der Mitwirkung zahlreicher Studierender.
Damit ist die Stadt um ein international attraktives Angebot reicher, das neue – und gerade auch junge – Besucher nach Koblenz und in die Altstadt bringt. Das GIEFF bietet nämlich nicht nur aktuelle Filme über die Kulturen dieser Welt (einschließlich der eigenen), sondern lädt auch möglichst viele Filmschaffende aus anderen Teilen der Welt ein, um mit ihnen über ihre Produktionen zu diskutieren. AUSTAUSCH wird also großgeschrieben: zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, zwischen Filmschaffenden und Filminteressierten auf lokaler wie internationaler Ebene, aber auch zwischen etablierten Filmemachern und Newcomern. Speziell der Nachwuchsförderung dienen sowohl der Studierenden-Wettbewerb, dessen – von Martin Görlitz gestifteten – Preis eine Jury renommierter Filmemacher vergibt, als auch das Exkursions-Angebot für Studierende.

An fünf Tagen werden in jeweils dreistündigen Blöcken vormittags, nachmittags und abends im Gewölbesaal des Alten Kaufhauses am Florinsmarkt insgesamt 53 Filme aus 33 Ländern in Originalsprache mit englischen Untertiteln gezeigt. Zu den Themen gehören beispielsweise Globalisierung, Umgang mit Krisen, Migration und Exil, aber auch Älterwerden, Armut und Mensch-Tier-Beziehungen. Dabei handelt es sich um von einer international besetzten Jury ausgewählte Filme, die gewöhnlich nicht älter als drei Jahre sind, in Zusammenarbeit mit den Gefilmten und nicht über die Gefilmten entstehen, auf einem längeren Aufenthalt vor Ort mit entsprechender Sprachkompetenz basieren und deshalb von besonderer Nähe und Einsicht gekennzeichnet sind. Das GIEFF bietet somit die Chance, Filme kennenzulernen, die üblicherweise nicht im Fernsehen oder Kino zu sehen sind. Zusätzlich werden im Dreikönigenhaus des ISSO-Institute zwei interaktive Webseiten präsentiert (Donnerstag und Freitag, jeweils 13:15 Uhr).

Eröffnet wird das Festival am Mittwoch, 9. Mai um 12:30 mit Grußworten von Kulturdezernentin Frau PD. Dr. Theis-Scholz und dem Hausherrn Martin Görlitz. Anschließend beginnt das Programm des Studentenwettbewerbs, bei dem mit „Hug the Rock“ auch ein „Koblenzer“ Film vertreten ist (Donnerstag, 12:10 Uhr). Das Hauptprogramm startet am Donnerstagnachmittag und endet am Sonntagnachmittag. Zu den Höhepunkten des Wettbewerbs zählen die Verleihung des Student Awards (Samstag, 19:30 Uhr), gefolgt von der Vorführung des prämierten Films sowie die Gelegenheit, zwei international wegweisende ethnographische Filmemacher persönlich erleben zu können. Am Freitag, 10. Mai, 9:45 Uhr wird der australische Filmemacher David MacDougall Filme in Ausschnitten vorstellen und kommentieren, die ihn in seiner nun mittlerweile über 40 Jahre umfassenden Karriere maßgeblich beeinflusst haben. Ebenfalls am Freitag (19:45 Uhr) wird der deutsche Ethnologe und Filmemacher Ivo Strecker seinen neuen Film über eine Bauernfamilie in Äthiopien zeigen: „Abraham and Sara: Creators of a Productive Landscape“.

Detaillierte Angaben zum Programm (inklusive Links zu den Filmen und Hinweisen zur Anwesenheit der Filmschaffenden) sowie alle Informationen zum Festival einschließlich des Exkursions-Angebots
für Studierende finden sich unter bzw. , zudem wird es einen Katalog geben, der an der Festivalkasse vor Ort erworben werden kann.

Festivalpässe (96 € / 48 € Studenten), Tagestickets (32 € / 21 € Studenten), Blocktickets (15€/10€ Studenten) und Halbblocktickets (8€/6€ Studenten) gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.ticket-regional.de/gieff. Für spontane Besucher sind Tickets an der Festivalkasse vor Ort erhältlich.

Quelle: Stadt Koblenz

veröffentlicht am: 08.05.2018

Ausgabe Koblenz