Demokratie-Workshop mit Landesfeuerwehrverband
Die Feuerwehren zu „Demokratie-Botschaftern“ machen? Genau das hat eine neue Kooperation des Landesfeuerwehrverbands mit dem Landtag Rheinland-Pfalz zum Ziel, die Anfang September startete. Mitglieder des Landesfeuerwehrverbands erhalten im Rahmen eines ganztägigen Demokratie-Workshops einen Einblick in die Aufgaben, Funktions- und Arbeitsweise des Landtags. Zum Programm gehören auch Gespräche mit Landtagsabgeordneten und der Besuch von Sitzungen im Landesparlament.
Der Landesfeuerwehrverband war an Landtagspräsident Hendrik Hering mit dem Wunsch herangetreten, im Rahmen seines Demokratieförderprojekts den Landtag zu besuchen und ein Bildungsangebot für Mitglieder des Landesfeuerwehrverbandes zu entwickeln, um Demokratie im Inneren der Organisation der Feuerwehren zu vermitteln und im Hinblick auf Extremismusprävention zu stärken. Dadurch sollen in den Feuerwehren Demokratieberater ausgebildet werden.
Ehrenamt stärkt Demokratie
Landtagspräsident Hendrik Hering, der die Teilnehmenden des ersten Workshops im Landtag begrüßte, sagte: „Feuerwehr und Landtag ziehen an einem Strang: Beide haben dasselbe Ziel: Demokratie und Engagement zu stärken!“. Die Demokratie lebe vom Mitmachen und davon, dass die Menschen sich für die Gemeinschaft um sie herum engagierten. In Ehrenamt und Zivilgesellschaft werde die Demokratie im Kleinen gelebt und eingeübt, betonte Hendrik Hering. „Sei es die Wahl des Vorstandes, der Austausch und das Verhandeln von Kompromissen in Mitgliederversammlungen oder einfach das Erleben, dass man mit dem eigenen Handeln, dass man gemeinsam mit anderen etwas erreichen kann: das ist gelebte demokratische Selbstwirksamkeit. Diese Erfahrungen sind besonders für junge Menschen, die sich bereits frühzeitig, beispielsweise in der Jugendfeuerwehr engagieren, prägend für ihr ganzes Leben. Damit wird es für sie selbstverständlicher sich gesellschaftlich und demokratisch einzubringen und das schafft am Ende eine widerstandsfähige und engagierte demokratische Zivilgesellschaft.“ Wo es eine lebendige ehrenamtliche Gemeinschaft gebe, sei auch die Zufriedenheit mit der Demokratie größer.
„Die Förderung von Beteiligung, Transparenz, Respekt und Gemeinschaftssinn trägt schließlich auch dazu bei, dass die Feuerwehr ihre Leistungsfähigkeit steigern und ihre Mitglieder besser auf Herausforderungen des Einsatzdienstes vorbereiten kann“, sagte der Landtagspräsident.
Der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbands, Peter Gerhards, sagte: „Die Feuerwehren sind eine durch und durch demokratische Gemeinschaft. Sei es bei der Wahl der Führungskräfte oder bei den Funktionen in den Verbänden. Die Feuerwehren sind ein Rückgrat der demokratischen Gesellschaft. Sie haben eine weit bedeutendere Rolle als lediglich die Funktion im Brandschutz, in der allgemeinen Hilfe und im Katastrophenschutz.“
Vielfältige Demokratiebildung
Mit dem Landesfeuerwehrverband weitet der Landtag Rheinland-Pfalz seine zielgruppenspezifischen Demokratie-Bildungsprogramme aus. Neben den Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bietet der Landtag auch Demokratie-Workshops für Auszubildende und Führungskräfte von Unternehmen an.
Ende August fiel schließlich auch der Startschuss für eine neue Kooperation zwischen Landtag und dem Verband der Volkshochschulen: Künftig können Teilnehmende der Integrationskurse den Landtag im Rahmen eines speziell entwickelten Demokratiebildungsprogramms besuchen.





